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THEMEN DER KONFERENZ

Themen, die während der Welt-Freiwilligenkonferenz diskutiert werden sollen (in zufälliger Reihenfolge). Klicken Sie auf die Überschriften und erfahren Sie mehr über die jeweiligen Themen:

Freiwilligenarbeit verantworten und gestalten

Die Organisation von freiwilligem Engagement braucht – wie alle nachhaltigen und wirkungs-vollen Aktivitäten – eine effektive Führung und Management. Nationale Strukturen des Bürger-schaftlichen Engagements bieten hinsichtlich ihrer strategischen und organisatorischen Ausrichtung Orientierung. Sie zeigen, wie der Erhalt und die Weiterentwicklung der Freiwilligenarbeit gestaltet werden kann. Wir möchten einen Blick auf die Eigenschaften von nationalen Organisationsstrukturen des Engagements in aller Welt werfen und die verschiedenen Modelle und Strukturen führender nationaler Engagementorganisationen intensiv kennenlernen. Wir bekommen einen Überblick über die drei Grundfunktionen (Anwaltschaft, Entwicklung und Mobili¬sierung), die von solchen nationalen Strukturen auf inspirierende Weise umgesetzt werden. Darüber hinaus erfahren wir von erfolgreichen Vertreter*innen dieser nationalen Strukturen, was ihre Probleme und Herausforderungen in der alltäglichen Arbeit sind. Des Weiteren werden wir darüber sprechen, wie nationale Organisationen der Engagementförderung in ihren jeweiligen Ländern und weltweit entwickelt und unterstützt werden.

Lokale Engagementförderung

Bürgerschaftliches Engagement findet lokal in den Kommunen und der direkten Nachbarschaft statt – deshalb wurden Freiwilligen-Agenturen geschaffen, um lokale Vereine und Initiativen bei der Gewinnung von Freiwilligen zu unterstützen. Inzwischen haben sich Freiwilligen-Agenturen weiterentwickelt und decken lokale Bedarfe rund um Bürgerschaftliches Engagement in ihren Kommunen und Ländern ab. Wir wollen die Probleme von Freiwilligen-Agenturen für die weitere Zukunft diskutieren: Sind sie mehr Vermittlungs-Agentur oder mehr Entwicklungs-Agentur (und schaffen damit Innovation und Wandel im Engagement)? Wie verstehen Freiwilligen-Agenturen ihre Arbeit und ihre Aufgaben mit Blick auf die aktuellen Verhältnisse in verschiedenen Ländern? Wie stellen sie ihre Finanzierung sicher und welche Personalentwicklung und Fortbildung brauchen sie für ihre Mitarbeiter*innen? Damit hängt zusammen, dass der Anspruch wächst, die Wirkung zu messen und aufzuzeigen – sowohl was den Inhalt betrifft wie auch die Empfänger der Unterstützung, für die Freiwilligen und die Hilfeorganisationen selbst. Wie können Freiwilligen-Agenturen ihren Mehrwert und ihre Wirkung darstellen? Wie berichten sie über das, was sie erreichen konnten?

Die weltweite Herausforderung durch die Nachhaltigen Entwicklungsziele SDG 2030

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO (Sustainable Development Goals – SDG 2030) sind für jeden und überall beschlossen – umsetz- und anwendbar in allen Ländern und allen Gesellschaften – egal wie „entwickelt“ sie erscheinen mögen. Dies bedeutet eine Heraus-forderung für freiwilliges Engagement, da eine starke Ausrichtung auf die SDG 2030 auch zu einem Engagementrückgang führen kann, wenn der Fokus sich auf andere Bereiche des Lebens auf lokaler Ebene richtet. Die Herausforderung besteht in der Entscheidung, ob unsere Arbeit sich mehr auf die SDG in ihrer Gesamtheit oder mehr auf spezifische einzelne Ziele oder sogar nur auf einzelne Indikatoren des Wandels richtet.
Die SDG bieten die Möglichkeit für neue Formen der Zusammenarbeit über die verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren und zeigen zudem die Notwendigkeit von neuen Formen des Engagements auf. Mit der stärkeren Aufmerksamkeit für die SDG steigt der Druck auf nationale und lokale Infrastrukturen des Engagements darauf zu reagieren. Welche Fragen ergeben sich daraus und wie wird darauf geantwortet? Was sind gute Ideen und Beispiele aus der Praxis, wie sich bürgerschaftliches Engagement und SDG 2030 verbinden lassen?

Jugend und Engagement

Es gibt keinen Mangel an Jugendlichen, die als Freiwillige gewonnen werden können. Aber Organisationen, die mit jungen Freiwilligen arbeiten wollen, müssen darauf vorbereitet sein und ihnen sinnvolle Tätigkeiten zu bieten. Sie müssen die Jugendlichen nicht nur schulen, sondern sie auch darin unterstützen, ihre Fähigkeiten und ihr Verständnis für die Welt weiterzuentwickeln. Desweiteren soll jungen Freiwilligen ermöglicht werden, ihren Einsatz und die erzielten Ergebnisse entsprechend nachzuweisen, so dass diese im Lebenslauf auch zu vorzeigbaren Kompetenzen für die berufliche Arbeit führt. Wie können Organisationen der Jugendarbeit und des Jugendengagements nachhaltige Engagementmöglichkeiten entwickeln und anbieten, die auch beruflich anerkannte Kompetenzen vermitteln? Wie nützen diese Organisationen den Vorsprung der Jugendlichen bei der digitalen Vernetzung – sowohl bei der Gewinnung und Koordi¬nation wie auch bei der Gestaltung von neuen Formen des mobilen und virtuellen Engage-ments? Gibt es eine Zunahme bei den (Vollzeit-)Freiwilligendiensten für Jugendliche – entweder national oder grenzüberschreitend? Wie können Schulen und Bildungseinrichtungen den positiven Effekt von Engagement bei Jugendlichen unterstützen? Führen Formen von ver-ordnetem (Freiwilligen-)Dienst in der Gemeinschaft zu einem nachhaltigen oder sogar lebens-langen Engagement?

Einsatz von Unternehmen für Engagement

Corporate Volunteering – der aktive Einsatz von Arbeitgebern, das freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter*innen anzuregen und zu unterstützen – ist heute ein etablierter Bereich der Freiwilligenarbeit in vielen Teilen der Welt. Jetzt gibt es Anstrengungen, besonders durch die weltweite Kooperation von Wirtschaft und Zivilgesellschaft bei Impact 2030, sich mit Unter-nehmensengagement für die Umsetzung der SDG 2030 einzusetzen. Voraussichtlich wird es dann mehr Möglichkeiten geben, im Rahmen von Freiwilligenengagement Partnerschaften von NGOs und Regierungen mit der Privatwirtschaft zu starten. Darüber hinaus werden Unter-nehmen heraus¬gefordert, diese Zielsetzung mit der nachhaltigen Erwartung der Belegschaft nach viel¬fältigen Einsatzmöglichkeiten im freiwilligen Engagement zusammen zu bringen. Wie können diese beiden Entwicklungen zum Ausgleich gebracht werden? Von Unternehmen wird erwartet, dass sie mehr in die Dokumentation und Prüfung ihrer Engagementbeiträge zur Umsetzung der SDG 2030 investieren. Wie werden Unternehmen und Freiwilligenbewegung auf diese neuen Entwicklungen reagieren?

Ergebnis- und Wirkungsmessung im Engagement

Die vielleicht größte Herausforderung für die Freiwilligenbewegung weltweit wurde von den Regierungen der Welt im Beschluss der UNO-Nachhaltigkeitsziele (SDG) formuliert: nachzuweisen, dass freiwilliges Engagement einen signifikanten, nachweisbaren Beitrag zum globalen Frieden und zur globalen Entwicklung leisten kann. Häufig wird diskutiert, dass Forschung und Wirkungsmessung nun im Mittelpunkt der Freiwilligenarbeit stehen müssen, sei es auf organisatorischer, lokaler, nationaler oder globaler Ebene. Warum sollten wir die Auswirkungen von Freiwilligenarbeit messen? Wie genau machen wir das? Und was sollen wir mit den Infor-mationen machen, wenn wir dies abgeschlossen haben? Dies sind einige der Fragen, mit denen wir uns regelmäßig konfrontiert sehen, wenn es um die Wirkungsmessung von Freiwilligenengagement geht. In speziellen Workshops sollen diejenigen zusammenkommen, die an diesen Themen arbeiten und es als einen wichtigen Teil ihrer Arbeit sehen, um sich gegenseitig auszutauschen, zu unterstützen und voneinander zu lernen.

Engagement und Glaube

Nahezu allen Religionen ist es ein Anliegen, ihren Mitgliedern zu dienen, sich um die Armen zu kümmern und für Gerechtigkeit zu sorgen. Im weiteren Sinne sind dann sozusagen alle Religionsgemeinschaften Freiwilligenorganisationen. Gibt es spezielle Aspekte oder unterschiedliche Dynamiken in der Freiwilligenkoordination, die durch die offenkundige Motivation der Freiwilligen aus dem Glauben herrühren? Ist es für konfessionelle Organisationen unterschiedlicher Glaubensrichtungen wünschenswert oder machbar, bei gemeinsamen Freiwilligenprojekten zusammenzuarbeiten? Beeinträchtigen aktuelle Spannungen zwischen verschiedenen Religionen die Fähigkeit der Gläubigen, sich aktiv freiwillig in ihren Gemeinden zu engagieren? Wie können Freiwillige einer konfessionellen Organisation den Gegensatz zwischen “sich um sich selbst kümmern” und einer weitreichenderen Beteiligung in der Gemeinschaft ausgleichen? Gibt es innovative Beispiele für glaubensbasierte Freiwilligenarbeit, die speziell auf eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) ausgerichtet sind?

Innovation im Engagement

Aufgrund der sich verändernden ökonomischen Bedingungen sind Freiwilligenorganisationen immer mehr aufgefordert, mit neuen Zielgruppen zu arbeiten, ihre Einnahmequellen auf mehrere Säulen zu stellen sowie kreative und praktische Lösungsansätze zu finden. Aber was bedeutet das wirklich? Bedeutet “neu” immer “innovativ”? Wie passen Freiwillige in die Suche nach Innovation und was bedeutet das für diejenigen, die freiwilliges Engagement organisieren und koordinieren? Wie sicher agieren wir, die Freiwilligenbewegung, mit Risiken und Misserfolgen beim Ausprobieren neuer Dinge? Macht uns Freiwilligenarbeit als Einzelne innovativer? Wie ist das Verhältnis von Freiwilligenarbeit zu sozialen und bürgerschaftlichen Unter¬nehmens-initiativen?

Auswirkungen des weltweiten demographischen Wandels

Die Anzahl der Menschen im Alter von 60plus wird in den nächsten 35 Jahren von 900 Millionen auf über 2 Milliarden anwachsen. Weniger entwickelte Länder stellen sich den Herausforderungen der alternden Gesellschaft ebenso oder sogar noch mehr als die weiterentwickelten Länder. Mehr Senioren bedeutet mehr potenzielle Freiwillige, die ihre Lebenserfahrungen, Fähigkeiten, Zeit und Energie in ihre Freiwilligenarbeit einbringen können. Das bedeutet aber auch mehr Menschen, die später irgendwann alle Hilfe benötigen werden. Darüber hinaus ist Freiwilligenarbeit ein entscheidender Faktor für Langlebigkeit und trägt zu einem gesünderen, produktiveren und erfüllteren Leben der Senioren bei. Freiwilligenorganisationen müssen jedoch darauf vorbereitet und auch bereit dafür sein, Senioren effektiv einzubinden, ihre Bedürfnisse erkennen und ihnen entsprechen zu wollen. Warum bzw. warum nicht ältere Freiwillige einsetzen? Wo liegen mögliche Probleme bei der Koordination älterer Freiwilliger? Wie plant man Engagement für die “jungen Alten” und die “alten Alten” und versteht auch, dass Senioren keine homogene Bevölkerungsgruppe sind? Gibt es dafür bereits weltweit Beispiele für bewährte Vorgehensweisen?

Inklusion und Integration durch Engagement

Freiwilligenarbeit kann für ausgegrenzte Menschen in unserer Gesellschaft ein wirkungsvoller Weg sein, um aus der Isolation auszubrechen. Zugleich – leider allzu oft – schließt Freiwilligenarbeit aber diese Menschen wiederrum aufgrund von Faktoren aus, die für ihre soziale Isolation verantwortlich waren: Alter (sowohl jung als auch alt), Lebensstandard, Geschlecht, sexuelle Orientierung, mangelnde Bildung, körperliche und geistige Gesundheitsprobleme, Behinderung, Inhaftierung, Nationalität oder Arbeitslosigkeit. Wie kann Frei-willigenarbeit also offener und einladender gestaltet werden? Gibt es dafür weltweit Beispiele für bewährte Vorgehensweisen? Wie gehen Sie mit der Vielfalt um, konzipieren dafür Engagement-Möglichkeiten und ermöglichen es in Ihrer Organisation? Freiwilliges Engagement bietet für die Integration von Einwanderern und Geflüchteten bisher wenig genutztes Potenzial. Denn freiwilliges Engagement gibt Geflüchteten die Möglichkeit, als Mitglieder in ihren neuen Gastgeberländern zu agieren. Welche innovativen Ideen zur Integration können Kommunen, Bürger*innen und die Zivilgesellschaft inspirieren, die Integrationsbemühungen in ihren Gemeinden zu verbessern?

Freiwilliges Engagement und Politik

Regierungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Definition, der Bereitstellung von Ressourcen und der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement. Diese Rolle beinhaltet auch die Sicherstellung rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen, um Freiwilligenarbeit zu ermöglichen und zu fördern. Darüber hinaus bedarf es einer sichtbaren Führung, damit sich Menschen freiwillig engagieren und dies in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Ebenso wichtig sind eine finanzielle Unter¬stützung nationaler Freiwilligenorganisationen, eine breitgefächerte Infrastruktur sowie der Aufbau von Kapazitäten zugunsten von Freiwilligenarbeit. Jedoch birgt eine zu hohe Regierungsbeteiligung und -unterstützung auch Risiken. In dem Maße wie die Regierungsbeteiligung wächst, wächst auch ihr Einfluss auf bürgerschaftliches Engagement. Dies kann möglicherweise bis hin zur Instrumentalisierung in der Öffentlichkeit und zur Demonstration von Patriotismus oder Loyalität nicht nur zum Land, sondern auch zur amtierenden Regierung führen. Wie können Freiwilligenverbände am besten mit Regierungen umgehen, um einerseits größtmöglichen Nutzen staatlicher Unterstützung zu haben, sich aber andererseits vor den negativen Potentialen zu schützen? Wie können sich Freiwilligenorganisationen sowohl für staatliche Maßnahmen zur Unter¬stützung von Freiwilligenarbeit einsetzen, als auch freiwilliges Engagement von Bürgern unterstützen, die sich gegen die Politik der amtierenden Regierung engagieren oder sich für Menschen einsetzen, die gesellschaftlich benachteiligt sind? Solche Fragen wollen wir sowohl aus Sicht der Regierungen als auch aus Sicht der Freiwilligenorganisationen untersuchen.

Engagement in der humanitären Notfall- und Katastrophenhilfe

Aufgrund der zunehmenden Zahl von Naturkatastrophen und der vom Menschen verursachten Krisen, ist der Ruf nach Freiwilligen stärker als je zuvor. In Krisensituationen haben sich Freiwillige als wertvolle Partner von Regierungen und internationalen Organisationen bewährt, indem sie Hilfsmaterial, medizinische und soziale Unterstützung wie auch Betreuung bereitstellen, wo immer es auch benötigt wird. Von der Notfallhilfe bis hin zur Entwicklungshilfe braucht der Einsatz von Freiwilligen Kontinuität. Wie engagieren sich Freiwillige bei friedenserhaltenden Maßnahmen, die durch die Situation in nicht mehr funktionierenden Staaten herausgefordert werden? Wie schützen und sichern wir diese Freiwilligen, die zu einem tatsächlichen Wandel vor Ort beitragen? Was können wir von inspirierenden Beispielen im Rahmen von (Vollzeit-)-Frei-willigendienst-Programmen für humanitäre Einsätze und Notfallhilfe lernen? Wie können wir durch das Einbeziehen des immensen Wissens, der Fähigkeiten, Ressourcen, Netzwerke und der Begeisterung von ganz normalen Bürger*innen die Effizienz von Notfall- und Katastrophenhilfe steigern? Wie werden – global gesehen – lokale Basisgruppen und Freiwillige von großen internationalen Hilfsorganisationen wahrgenommen und eingebunden? Wie binden Regierungs-organisationen Freiwillige in ihre offizielle Entwicklungspolitik und Entwicklungsprogramme ein? Alle diese Fragen und noch mehr bilden die Grundlage für die Diskussion auf der Weltkonferenz.

 

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