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WASSER UND FRIEDEN

Wasser

Vor über 2000 Jahren gründeten die Römer am Zusammenfluss von Wertach und Lech die Stadt Augsburg. Ihr Wasser kam damals von der Singold über einen insgesamt 35 Kilometer langen offenen Kanal in die Stadt. 400 Jahre lang versorgte dieser Kanal Wassermühlen, Handwerker, Thermen und Latrinen mit rund 85 Millionen Liter Wasser pro Tag. Im Mittelalter begann Augsburg die Wasserkraft der Lechkanäle zu nutzen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurden bereits vier Kanäle durch Wassermühlen wirtschaftlich zur Getreidegewinnung genutzt und der Hygieneaspekt kam ergänzend hinzu. Als im 14. Jahrhundert Augsburgs Wirtschaft immer mehr florierte, wuchs auch die Zahl der Säge-, Öl- und Getreidemühlen entlang der Kanäle. Von der Wasserkraft profitierten auch die Handwerkszweige und so wurde Augsburg zu einem Zentrum der Textil- und Papierproduktion. Beide Wirtschaftszweige prägten Augsburg über Jahrhunderte bis in 20. Jahrhundert hinein. Im frühen 15. Jahrhundert beginnt mit den Wassertürmen vor dem Schwibbogentor und dem Hebewerk am Roten Tor die Zeit der Wasserwerke. Generationen von Brunnenmeistern perfektionierten die Wasserkunst und machten sie in ganz Europa bekannt. Sie trennten das saubere Quellwasser vom Brauchwasser. Dadurch hatten die Augsburger im Vergleich zu anderen Städten reines Trinkwasser zur Verfügung und die Gefahr einer Seuche war recht gering. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Wasserwerk am Hochablass das modernste Trinkwasserwerk seiner Zeit in Betrieb genommen und mit der Elektrifizierung entstanden an den Lechkanälen Elektrizitätswerke. Viele kleine Wasserkraftwerke im Stadtgebiet folgten. Nicht nur an Lech und Wertach, auch an den kleinen Altstadtkanälen sind noch heute zahlreiche Kraftwerke in Betrieb.

Die reine wirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft wurde in Augsburg zusätzlich mit Kunstwerken kombiniert. Die drei monumentalen Prachtbrunnen -Augustusbrunnen, Merkurbrunnen und Herkulesbrunnen- zieren seit mehr als 400 Jahren Augsburgs Prachtmeile und zählen zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In Europa führende Künstler wurden damit beauftragt, diese architektonischen Kunstwerke zu schaffen. Dies verdeutlich den hohen Stellenwert, den Wasser für Augsburg hat.

Augsburg hat sich unter dem Dach “Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg” um den Titel “UNESCO-Welterbe” beworben. Erfahren Sie mehr.


Frieden

Die Geschichte der Stadt Augsburg ist in einzigartiger Weise mit entscheidenden Stationen der Reformation verknüpft und wird durch Martin Luther zu einem der Dreh-und Angelpunkte der Reformationsgeschichte. Im Oktober 1518 kam Luther nach Augsburg, um im Hause Jakob Fuggers vor dem römischen Kardinallegaten Cajetan (1469-1534) seine 95 Ablass-Thesen zu widerrufen, jedoch ohne Resultat. Juni 1530 wurde der “Augsburger Reichstag” einberufen, bei dem im Bischofspalast das von Philipp Melanchthon (1497-1560) verfasste und für die Reformation wegbereitende Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) an Kaiser Karl V. übergeben und verlesen wurde. Diese Confessio Augustana ist die erste umfassende Zusammenfassung des Lutherischen Glaubens und hat als evangelische Bekenntnisschrift bis heute Gültigkeit. 1548 wird Augsburg die erste paritätisch verwaltete Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Das bedeutet, dass alle städtischen Ämter (Stadtrat, Verwaltungsamt, städtischer Ausschuss) gleichgestellt jeweils mit einen Katholiken und einen Protestanten besetzt wurden. Augsburg gilt damit als eines der prominentesten Beispiele für die Überwindung konfessioneller Konflikte in Europa. 1555 wird in Augsburg der “Augsburger Reichs- und Religionsfrieden” beschlossen. Erstmals in der Geschichte wurde per Gesetz die Grundlage für eine friedliche und dauerhafte Koexistenz von Luthertum und Katholizismus festgelegt und per Reichsgesetz des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation den Anhängern der Confessio Augustana freie Religionsausübung dauerhaft zugestanden.

In Erinnerung an die errungene Parität wird seit 1650 das “Hohe Friedensfest” seit über 350 Jahren ununterbrochen jedes Jahr am 8. August in Augsburg mit Festgottesdienst, Friedenstafel und Kinderfriedensfest gefeiert. Daher ist der 8. August in Augsburg ein gesetzlicher Feiertag. Das “Hohe Friedensfest” ist ein gelebtes Symbol für die offene und friedliche Begegnung der kulturell vielfältigen Augsburger Stadtgesellschaft unterschiedlichster Religionszugehörigkeiten, Herkunft und Weltanschauungen. Ergänzend wird seit 1985 alle drei Jahre der mit 12.500 Euro dotierte Augsburger Friedenspreis an Personen verliehen, die sich um ein tolerantes Miteinander der Religionen und Kulturen verdient gemacht haben. 

Augsburg leitet aus seiner Geschichte heraus den aktuellen Auftrag als Friedensstadt ab und weiß sich in vielfältiger Weise diesem besonderen Erbe verpflichtet. Augsburg nimmt seine historische Verantwortung bis heute sehr ernst: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden! Der Religionsfriede bedeutete damals die friedliche Koexistenz der beiden christlichen Konfessionen, heute ist es die gesellschaftliche Verpflichtung für ein friedliches und tolerantes Miteinander in unserer kulturellen und religiösen Vielfalt. Erfahren Sie mehr.

 

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